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Lehrgang ABC-Einsatz
Aktualisiert (Samstag, 13. Juni 2009 um 00:02 Uhr) Samstag, 14. März 2009 um 13:29 Uhr
In den ersten beiden Märzwochen war ich an der Feuerwehrschule in Bruchsal. Nach dem Lehrgang für den ABC-Erkunder im Sommer letzten Jahres, war diesesmal der allgemeine ABC-Einsatz an der Reihe. Neben mir waren noch 19 weitere Kollegen aus ganz Baden-Württemberg dabei.
Dummerweise liege Bruchsal am anderen Ende von Baden-Württemberg, nordöstlich von Karlsruhe, so dass die Anreise gute vier Stunden Zugfahrt bedeutet. Zum Glück gehen die Lehrgänge erst Montag mittags los und enden Freitag mittags, so dass genug Zeit zum Hin- und Zurückfahren bleibt. Erschwert wurde die Hinfahrt in der ersten Woche noch durch den Brand in der Wollmattinger Straße, bei dem ich mich dann gegen 6 Uhr abseilen musste um den Zug nicht zu verpassen. Die ersten eineinhalb Tage waren sehr theoretisch, allerhand zu Gefahrgut, Transport, Vorschriften, Grenzwerte, etc. pp. Dienstag nachmittags ging es dann aber schon los mit einer Gewöhnungsübung im CSA. Hier macht es sich bezahlt, wenn man nicht ganz unsportlich ist. Während viele nach den 40 Minuten bereits am "Pfeifen" waren (die Atemschutzgeräte haben eine Warnpfeife, wenn die Luft zu Ende geht), hab ich noch bequeme 120 bar (von anfänglich 300bar) in der Flasche gehabt :-) Mittwoch ging es dann den ganzen Tag zur Übungsanlage der Landesfeuerwehrschule. Vormittags wieder etwas Theorie zu Kennzeichnung von Gefahrguttransporten und Einsatztaktik ("wer macht was"). Nachmittag dann die erste Übung, bei der Firma Grillo. Dort lief konzentrierte Schwefelsäure aus, zwei Personen mussten gerettet werden. Dafür, dass wir bis dato noch nicht an den Autos, vor allem dem GWG (Gerätewagen Gefahrgut) geübt hatten, lief es ganz gut. Ich hab mir das ganze als Maschinist erstmal in Ruhe angesehen. Donnerstag stand dann Gerätekunde auf dem Programm - im Prinzip den GWG einmal aus- und wieder einräumen - gefolgt von der zweiten Übung am Nachmittag, diesesmal mit mir in der Rolle des Gruppenführers "Innen", also zuständig für die Gefahrgutbekämpfung. Die Übung lief bis auf wenige Kleinigkeiten ziemlich gut, einzig etwas mehr in die Zukunft denken müsste der Gruppenführer ;-) Freitag Vormittag ging es dann ans Abdichten von Lecks aller Arten und Größen. Das war ziemlich interessant, weil das Wasser erst am Ende aufgedreht wurde und die Spannung entsprechend groß war. Damit war dann auch schon die erste Woche vorbei.
Die zweite Woche begann mit einem Praktikum im Labor, wo wir in kleinen Gruppen allerhand chemische Versuche machten, um z.B. herauszufinden, dass das Verdünnen oder Neutralisieren von Säuren oder Laugen an der Einsatzstelle Zeitverschwendung ist, weil das nie vernünftig klappen wird. Dienstag Nachmittag sind wird dann vom BC-Einsatz auf den A-Einsatz, also atomare Gefahren, umgeschwenkt. Was für Arten von Strahlern gibt es, wie schützt man sich davor, wie misst man sie. Dann natürlich wieder Einsatztaktik und Mittwoch Vormittag ein Ausflug in die Strahlenschutzübungsanlage, in der wir relativ harmlose Strahler auffinden und ausmessen durften. Mittwoch Nachmittag dann das leidige Thema des Kontaminationsnachweises und Ausziehen für die eingesetzten Einsatzkräfte. Leidig deswegen, weil es extrem lange dauert und man für meinen Geschmack hypervorsichtig vorgeht. Selbst wenn man keine Kontamination nachweisen kann und auch klar ist, dass nur geschlossene Strahler vorhanden waren, wird alles gehandhabt, als wenn man mit gefährlichen offenen Strahlern hantiert hätte und der gute Kamerad von oben bis unten kontaminiert ist. Naja. Donnerstag war dann Großkampftag. Zwei A-Übungen am Vormittag, Autounfall und dann Verpuffung in einem Labor. Einmal war ich im Schlauchtrupp und hab am Kontaminationsnachweisplatz meine Kameraden ausgezogen, bei zweiten Einsatz war ich wieder Gruppenführer. Nachmittags gings dann wieder in die Übungsanlage und die letzte C-Übung stand an. Eingeklemmter Radfahrer unter einem Gefahrgut-LKW, aus dem ätzende, giftige und brandfördernde Soße rausläuft. Mein Angrifsstruppmann und ich haben den guten dann aus seiner misslichen Lage befreit - dabei einige Sachen nicht ganz schulbuchmäßig gehandhabt - und uns dann dekontaminieren lassen. Freitag war dann noch die Prüfung und anschließendes Großreinemachen angesagt. Bestanden haben alle :-)
Mir hat der Lehrgang ziemlich viel Spaß gemacht und ich hab auch einiges dabei gelernt. Das lag nicht zuletzt an den sehr guten Ausbildern in Bruchsal, allen voran Brigit Kritter, die ich schon vom ABC-Erkunder-Lehrgang her kannte, und Dieter Zwirner. Jetzt muss ich mir alsbald nur unseren GWG anschauen, weil dort belandungstechnisch doch einiges anderes ist als auf dem Übungsfahrzeug in Bruchsal.
Die Bilder sind von einigen meiner Lehrgangskollegen, weil ich verständlicherweiße meine neue Fotoausrüstung nicht mit nach Bruchsal genommen habe. Vielen Dank für die Bilder!


